„Liebling, wir bekommen… ein Gründerzeitbett!“ ODER: „Frau WRO, kannst du mal etwas über euer restauriertes Bett erzählen?“

Tanja, 41: „Liebe Frau WRO, schon deinem alten Blog bin ich gefolgt und habe deshalb auch über Facebook/Instagram mitbekommen, dass du ein Bett restaurieren lassen hast. Kannst du mal ein bisschen darüber erzählen? (warum, wie, wo, Preise?) 

Hallo Tanja,
vielen lieben Dank für deine Frage, das mache ich gern!

Wie du schon gesagt hast, wir haben ein Bett restaurieren lassen, damit meine Tochter endlich aus dem Gitterbett aus und in ihr großes Bett einziehen konnte.
Die Geschichte vom ersten Gebot bei Ebay, über das Abholen per Lieferwagen, die Restauration und den endgültigen Einzug in Paulis Zimmer hat uns viel Recherche, einige €, so manche Nerven, aber auch jetzt schon zahlreiche Glücksmomente beschert. Aber von vorne…

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Vor genau einem Jahr habe ich dieses wunderschöne Gründerzeitbett bei Ebay für 1,50€ ersteigert. Über 100 Jahre hat es jetzt schon auf dem Buckel und hatte sich dafür eigentlich ganz schön gut gehalten, fand ich.
Mit uns beiden, das war Liebe auf den ersten Blick. Ich wusste, dass das was werden muss. Und ich wusste, dass diese Ebay-Anzeige ein wahres Schätzchen und ein einmaliger Glücksgriff ist. Deshalb habe ich einfach zugeschlagen.
Ohne Abstimmung mit meinem Mann.
Einfach so.
Verrückt. (!!!)
Das hatte ich noch nie gemacht. Aber irgendwie hatte ich die ganze Zeit ein gutes Gefühl bei der Sache. Noch verrückter, wenn man sich überlegt, wie die Geschichte noch so weitergeht. Dieses gute Gefühl, besser: diese Zuversicht haben mir geholfen, in so mancher schwierigen oder kniffligen Situation die Nerven zu bewahren und davon gab es mehrere 🙂 .

Die Abholfahrt zum Beispiel: Als das Transportunternehmen mir den größten Sprinter überhaupt gab, mit dem ich mit Kleinkind und bei Schnee durch die Serpentinen der Eifel fuhr und das kleine Dörfchen suchte, in dem ich das Bett abholen wollte. Und die Verkäuferin mir dann sagte, dass ich das Bett doch nicht (wie besprochen) zusammengebaut transportieren muss, sondern auseinander gebaut. Heißt: Das hätten wir auch mit dem Auto meines Mannes machen können! Kein Witz!

Noch so ein Moment gab es beim Aufbau, als sich das alte, oder *hust* gereifte Einhaksystem des Bettes als Herausforderung darstellte.

Oder als ich die Maße der Matratze bzw. des Lattenrostes abmaß und mir beim Stöbern im Internet klar wurde, dass es nicht einfach wird eine Matratze zu finden, die passt.

Und natürlich der Moment, in dem ich meinem Mann offenbart habe: „Liebling, wir bekommen… ein Gründerzeitbett!“ .
Er so: „Was? Wie meinst du das?“
Ich so: „Ahmm, ein Gründerzeitbett für Pauli, schlappe 100 Jahre alt, aber ich habs für
1,50€ ersteigert! Ist das nicht toll?“
Er so: „Hält das dann überhaupt noch?“
Ich so: „Ja gut, es müsste restauriert werden!“
Er so: „Was? Das ist doch irre teuer, oder? Warum denn nicht einfach ein Ikea-Bett, so
wie das alle anderen Kinder haben?“
Ich so: „Weil ich das nicht will! Wir leben in einem IKEA-Ausstellungshaus und ich habe
keine große Lust auf ein neues Ausstellungsstück, das wir in x Jahren sowieso
wieder verkaufen, weil Pauli rausgewachsen ist.

Er so: „Die wachsen auch mit!“
Ich so: „Und was ist, wenn es Pauli in der Pubertät zu kindisch findet?“
Er so: „Und was ist, wenn Pauli das Gründerzeitbett in der Pubertät zu oll findet?“
Ich so: „Dann wird es Gästebett. Ist bei nem ollen IKEA-Kinderbett eher unpraktisch, oder“

Beide lachen.

Aber ganz im Ernst. Die Entscheidung für das Bett, die kam daher, weil ich ein zeitloses Bett wollte, das massiv und aus echtem Holz ist, und das man auch in 20 (oder mehr) Jahren noch benutzen kann. Und ich mag diese alten Betten einfach. Mein Faible. 🙂

GründerzeitbettAber jetzt (endlich) zu den Fakten:

  • Holz: Kirschbaum, massiv
  • Ebay-Preis: 1,50 €
  • Aufarbeitung selbermachen: NEIN! Von mehreren Schreinern und talentierten Bekannten/Freunden wurde uns eindeutig davon abgeraten. Das Holz ist sehr fein und alt, muss daher wirklich vom Fachmann aufgearbeitet werden. Zudem hatte es einen starken Holzwurmbefall, den man alleine nicht in den Griff bekommen hätte.
  • Kosten der Aufarbeitung: ca. 600 € (incl. Mehrwertsteuer von ca. 100 €)
  • Aufarbeitung, das wurde gemacht: schleifen, abbeizen, komplette Holzwurmbehandlung, verleimen, Holzteile in Kirsch nacharbeiten, komplette Oberfläche, seidenmatt in natur versiegeln.
  • Maße: 190 x 105 cm
  • Transport: per Kombi möglich, wenn das Bett auseinandergebaut ist (WENN :D)
  • Lattenrost: DIY –> im Baumarkt zugeschnittene, dicke Holzbretter, die zu einem Lattenrost zusammengebaut wurden (per Youtubeturiorial)
  • Matratze: Orthopädische Kaltschaummatratze von Dibapur, 100×180 cm
  • Pflege: Wichtig ist, dass das Bett in einem Raum steht, in dem es von genug Luftfeuchtigkeit umgeben ist (ca. 50% Luftfeuchtigkeit). Wenn die Luftfeuchtigkeit zu gering ist, trocknet das Holz aus und es können Risse entstehen.

Wie restauriere ich ein Gründerzeitbett?

Liebe Tanja, jetzt hoffe ich, dass ich deine Frage ausreichend beantwortet habe. Du siehst: Es ist nicht unbedingt ein leichter Weg zu diesem Bett gewesen. Es gab viele Hochs und Tiefs. Aber irgendwie war ich mir immer sicher: Das wird was! 

Jetzt, nachdem das Bett schon einige Zeit im Einsatz ist, kann ich auf jeden Fall sagen: Es hat sich gelohnt. Pauli ist sehr zufrieden mit und stolz auf ihr „großes Bett“ und auch mein Mann hat neulich gemeint, dass es gut war, dass ich das einfach gemacht habe. Es ist so schön gemeinsam drin zu sitzen und Geschichten zu lesen, zu kuscheln oder sich vom Kind pflegen zu lassen, wenn man „krank“ spielt.
Und wenn das Ganze dann noch ein Beitrag zu mehr Nachhaltigkeit ist. Umso besser, finde ich!

Herzlich,
Frau WRO ❤

 


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