Frau WRO fragt: Warum bieten Speisekarten so wenig Abwechslung und Gesundes für Kinder?

Habt ihr Lust auf eine Runde „Familienduell“? Kennt ihr das überhaupt noch? Familienduell, ein Klassiker unter den Gameshows. Mensch, hab ich diese Sendung geliebt, die Eingangsmusik, den Jingle bei falschen Antworten und das Mitraten, welches wohl die Topantworten auf eine bestimmte Frage sein könnten.
Heute stelle ich euch mal eine prädestinierte Familienduellfrage und wir überlegen unsere Topantworten zusammen, seid ihr dabei?

Welche 5 Kinderessen sind auf keiner Speisekarte wegzudenken?

Meine Topantworten:

  1. Schnitzel mit Pommes
  2. Hähnchennuggets mit Pommes
  3. Fischstäbchen mit Pommes
  4. Nudeln mit Tomatensauce
  5. Wurst & Pommes

Und was sind eure Topantworten?

Aber wie komme ich auf das Thema „Kindergerichte“?

Genauso gerne wie wir selbst kochen, lassen wir uns auch bekochen und haben das auch mit Pauli beibehalten. Am Anfang war die Milchbar immer am Start, dann die berühmt berüchtigten Breigläschen und irgendwann konnten wir das Mädchen einfach vom Teller mitessen lassen, was so manches scheinbar erleichterte. Scheinbar.
Denn ohne ein großer Gesundheitsfanatiker zu sein, muss ich sagen, dass mich die meisten Speisekarten und ihre Rubrik „Für kleine Gäste“ eher ermüden, als erfreuen, denn da befinden sich doch eigentlich immer dieselben 3-5 Standardgerichte, die allesamt bestimmt Klassiker für die Kleinen sind, aber meiner Meinung nach nicht immer sein müssen, besonders für die ganz kleinen Esser.  pommes

Nicht falsch verstehen: Ich hab grundsätzlich gar nichts gegen Pommes & co. Die dürfen gerne sein, schließlich mag ich sie selbst ja auch. Aber eben auch nicht immer. Klar, wir gehen ja auch nicht (zu) oft essen, deshalb: Wo liegt das Problem?
Mich stören diese Gerichte/Speisekarten aber, wenn man unterwegs ist, z.B. im Urlaub und dann ständig auf die ewig gleichen Gerichte angewiesen ist, vor allem, wenn es ein Restaurant ist, wo das Mädchen nichts von der elterlichen Portion naschen kann oder will (asiatische, scharfe Küche oder Gerichte mit Alkohol). Dann sieht man sich selbst wieder die kleine Portion Pommes wie am Vorabend bestellen und denkt sich vielleicht: Hey, ist doch nur der Ausflug/Urlaub/das Wochenende, aber in mir regt sich da trotzdem immer öfter eine Stimme die sagt: Ach nö, trotz allem könnte sie doch jetzt auch mal was anderes essen, als nur Pommes mit XY!

Auf der einen Seite muss ich zugeben ist mein Wunsch an die Restaurantbesitzer und Speisekartenschreiber dieser Republik/Welt ziemlich dreist, denn sie richten sich wahrscheinlich nur nach dem Willen der Mehrheit, die, wenn sie ins Restaurant geht, ihre Kinder mit den gelben, frittierten Kartoffelstäben beglücken will. Es gibt bestimmt auch so manches Elternteil, das ganz froh ist, wenn der Sprössling überhaupt etwas isst und dann total zufrieden ist, dass das Schnitzelchen in den kleinen Magen wandert.

Aber gibt es da draußen nicht noch andere Eltern, solche, denen die salzigen (!!!) und fettigen Gerichte manchmal einfach zu viel sind. Und: Würde es den Restaurantbesitzern und Speisekartenschreibern dieser Republik/Welt wirklich weh tun, 1 anderes, vielleicht nicht ganz so langweiliges, oder ungesundes Essen auf die Kinderkarte zu setzen? Eines vielleicht, was man ganz leicht aus einem Essen auf der Tages/Speisekarte zaubern könnte?
Ich kann mir irgendwie nicht vorstellen, dass das so schwer ist? Aber vielleicht ist die Nachfrage danach einfach nicht so groß… !?!

WAS SAGT IHR?

Ich weiß jedenfalls: Es gibt Restaurants, die es können. In genau so einem waren wir nämlich neulich!
Zunächst hatte ich die Speisekarte gelesen und dachte: Mist, wieder der selbe Kram, Pommes mit schlag mich tot. Aber dann standen da Spätzle mit Soße auf der Kinderkarte und ich hab einfach nachgefragt, ob sie eine Pilzsoße machen könnten. Herausgekommen ist eine wirklich so so leckere Portion selbstgemachter Spätzle mit Pilzen der Saison, u.a. Pfifferlingen.
Als das Mädchen den schön angerichteten Teller sah, waren die zunächst geglaubten Pommes aber sowas von schnell vergessen. Sie hat ihn weggeputzt und wir haben kaum was abbekommen. Leider! Die Probierportion, die mir gewährt wurde, war nämlich sowas von lecker, dass ich am liebsten sofort auch so eine kleine Portion verdrückt hätte.

Spätzle_PilzsaucederSaisonNun weiß ich aber auch, dass nicht alle Kinder diese Portion essen würden, weil es einfach viele Kinder gibt, die noch nicht alles essen. Wenn für euch und eure Kids die Pommesvariante deshalb Trumpf ist, go for it. Ich fänd es einfach nur schön, wenn es für die anderen auch eine Alternative gäbe.

Wie wir um die 5 Topantworten-Kindergerichte rumkommen, wenn uns die Pommes mal wieder aus den Ohren rauswachsen:

  • Wenn es das Lokal zulässt: Bei Mama & Papa räubern
  • Beilagen tauschen: Gibt es evtl. gekochte Kartoffeln/Klöße/Rosmarinkartoffeln im Angebot, die gegen die Pommes getauscht werden können, wenn euch mal wieder die Pommes aus den Ohren raushängen?
  • Für den kleinen Hunger: Diese Rubrik gibt es auch in vielen Restaurants und manchmal stehen hier auch Butterbrote mit Belag auf der Karte. Warum nicht mal ein Brot mit Ei/ Kräuterquark oder ein leckeres Süppchen essen?
  • Wenn Pommes & Co noch nicht zu stark aus den Ohren rauswachsen: Gemüse, zB Ratatouille, zum Gericht dazu bestellen, damit evtl. auch noch ein paar Vitamine zu den gelben Friteusenstäbchen kommen.
  • Nachfragen, nachfragen, nachfragen: Siehe mein Positivbeispiel mit den Spätzle und der Pilzsauce der Saison. Manchmal muss man einfach den Mund aufmachen und fragen. Ein Nein ist schließlich kein Beinbruch!

Habt ihr noch Ideen für den Fall, dass uns die Pommes aus den Ohren rauswachsen oder wachsen die euch nie aus den Ohren?

Herzlich,

eure Frau WRO ❤

 

Wenn euch der Artikel gefallen hat, dann schreibt mir doch. Ich freue mich immer über euer Feedback und jeden einzelnen Kommentar, der hier aufploppt und beantworte diesen gerne.

 

 

 


2 Gedanken zu “Frau WRO fragt: Warum bieten Speisekarten so wenig Abwechslung und Gesundes für Kinder?

  1. Ich kann deine Kritik nachvollziehen.

    Tendenziell kann man die Dinge aus Speisekarten immer kreuz-und-quer kombinieren, sofern sie auf der Karte stehen (man kann nicht plötzlich etwas verlangen an Zutaten, die nicht auf der Karte stehen).

    Die Standard-Speisekarte für Kinder ist meistens nach Nachfrage, Häufigkeit der Nachfrage, Wareneinsatz und Lagerdauerfähigkeit gerichtet. Denn auch Restaurants sind wirtschaftliche Betriebe, die nicht unendlich Ware beziehen und lagern können! Irgendwo sind da auch Grenzen. Gastronomie bezahlt nicht deutlich weniger für ihre Ware als Privathaushalte!

    Da die Speisekarte auf Nachfrage basiert, ist es extrem wichtig, als Gast, zu sagen, was man sich gerne wünschen würde oder eben für seine Kinder. Nur so kann die Karte dauerhaft angepasst werden!
    (Dabei nicht vergessen: Gastronomie sind Dienstleister, keine Bediensteten. Wünsche werden geprüft, durch kalkuliert und gegebenenfalls umgesetzt – dies kann nicht von heut auf morgen passieren! (Ist man vor Ort und man hat sein favorisiertes Lokal, kann man sicherlich eine kurze Absprache – außerhalb der Stoßzeiten – mit der Küche halten und eine kleine Auswahl an Kinderessen generieren. Der entsprechende Preis für diese Spontanität muss dann aber gezahlt werden)

    In den Lokalen, in den ich arbeitete, war es eigentlich immer möglich die Speisen als kleine Portion zu bestellen, Vorbestellungen auch.

    Es war also deinerseits richtig nachzufragen!
    Wie gesagt: Nur so ist es Restaurants und Co. möglich zu reagieren.

    Grüße von einer Köchin

    Christiane

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    1. Liebe Christiane, einen ganz herzlichen Dank für deinen Kommentar. Ich habe mich sehr darüber gefreut! Besonders gut fand ich deine Sicht „von der anderen Seite“ auf das Thema.
      Du hast mich auf jeden Fall dazu motiviert, dass ich noch viel mehr nachfrage, nachfrage, nachfrage. 😛
      Wirtschaftlich gesehen ist mir die Thematik relativ klar. Allerdings habe ich in einigen Restaurants auch schon Negativerlebnisse verbucht, wenn ich den Service auf eine Kombination von Speisekartenbestandteilen gebeten habe. 2-3 Mal kam es auch schon vor, dass eine kleine Portion eines bereits bestehenden Gerichtes verweigert wurde oder dann doch in „groß“ gebracht und voll berechnet wurde. :/
      Also aber heute noch einmal mehr: Nachfragen & nachhaken. Danke dafür!

      Herzlich, Katharina WRO

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